Rötha

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Hauptquartier, Konferenz und Lazarett
Nach Mitteilungen des Gärtners Klein an den Kammerherrn Freiherrn von Friesen auf Rötha

Das Schloss Rötha diente 1813 als Hauptquartier für Freund und Feind, sowie als Lazarett. Zahlreiche Fürsten und Heerführer weilten in Rötha und diverse Truppen lagerten dort.

Anfang März kam polnische Artillerie unter Oberst Hurtig nach Rötha und blieb bis Ende des Monats; Hurtig wohnte im Schloss. Es folgten Kosaken unter Landskoy und Oberst Prendel noch im gleichen Monat. Wenig später erschien das 10. und 24. Regiment russischer Jäger unter Fürst Bachmetew. Am 29. April kam General Wittgenstein mit seinen Adjutanten in Rötha an und bezog im Schloss Quartier. Blücher folgte und hielt mit Wittgenstein einen Kriegsrat ab. Danach ritt Blücher nach Borna zurück, kehrte aber nach eintägigem Aufenthalt erneut nach Rötha und nahm sein Hauptquartier im Schloss ein. Im Sommer traf Marschall Lefebvre-Desnouettes mit einem Korps von 6.000 Mann ein; sie lagerten hinter den Gärten und zogen dann auf Meuselwitz und Zeitz; auch Lefebvre wohnte im Schloss.

Am 13. Oktober wurde Rötha zum Hauptquartier der Alliierten: die Kriegskanzlei wurde im großen Speisesaal untergebracht. Ab dem 16. sind in Rötha die Monarchen und hohe Offiziere nachweisbar: so wohnten unter anderem Zar Alexander I. von Russland im Herrenzimmer und Kaiser Franz I. von Österreich in der roten Stube des Schlosses. In der Gartenstube wohnte unter anderem der Fürst Repnin-Wolkonski. Am 17. Oktober fand ein Kriegsrat im Schloss statt, zudem alle höheren Heerführer anwesend waren. Auch über einen Spion wurde dabei Urteil gesprochen. Dieser wurde am 18. Oktober an der Windmühle Pulgar standrechtlich erschossen.

Als Lazarette für die Verbündeten wurden die Kirchen und Schulen genutzt. Im Gasthof Drei Rosen waren Russen untergebracht, allerdings ohne medizinische Betreuung zu erhalten. Bis in den November wurden in Rötha etwa 1.500 Verwundete versorgt; in dieser Zeit hatte Rötha mit Theka, Podschütz und Geschwitz ca. 1.620 Einwohner.